Lütgerhorst, Hans-Jörg
Nach dem Psychologie-Diplom bin ich seit mehr als 30 Jahren im LWL, in Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik tätig; seit 2006 in der Hans-Prinzhorn-Klinik Hemer.
Abgeschlossene Aus- bzw. Weiterbildungen in Verhaltenstherapie und kognitiver VT, Gesprächspsychotherapie mit Erweiterung durch Focusing-Therapie sowie in Hypnotherapie. Seit 1989 bin ich als Supervisor in der Verhaltenstherapie in Einzel- und Gruppenbehandlung tätig, zunächst mit Zulassung im weiterbildenden Studiengang der Ruhr-Universität Bochum, seit 1993 mit Zulassung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Darüber hinaus bin ich anerkannter Supervisor bei mehreren Fachverbänden. Für die AVT bin ich seit 1996 tätig und zwar in den Funktionen: Supervisor, Dozent, Selbsterfahrungsleiter und Prüfer, in diesen Funktionen auch vom Landesprüfungsamt anerkannt.
Die Approbation und der Fachkundeeintrag Einzel- und Gruppenverhaltenstherapie erfolgte 1999. Selbsterfahrungsgruppen leite ich seit 2001 an der Ruhr-Universität Bochum sowie der AVT. Die KV-Zulassung bezieht sich auch auf Hypnose, autogenes Training und progressive Muskelentspannung. Seit 2008 bin ich als Psychotherapiegutachter für private Krankenversicherungen tätig. Ich habe Vorträge, Seminare und Workshops auf nationalen und internationalen Kongressen und Tagungen gehalten. Lehraufträge hatte ich an den Universitäten Dortmund und Bochum. In der AVT bin ich auch Mitglied des Qualitätsausschusses.
Publikationen über „Kognitives Selbstsicherheitstraining“ und „Verhaltenssüchte“.
Ich bin in zweiter Ehe verheiratet, habe vier Kinder, bin evangelisch und habe große Probleme mit der Akzeptanz der Römischen Kirche. Bis vor einigen Jahren war ich Mitglied von Kirchenchören. Ich interessiere mich für Dialekte, Regiolekte und Sprachen. Ich engagiere mich in einem Projekt zur Versorgung von Aidswaisen in Südafrika, hilfreich ist dabei meine Kenntnis in Afrikaans und in Englisch nach einer Tätigkeit in den USA, Übersetzertätigkeit und Psychotherapie in Englisch bzw. mit englischen und amerikanischen Muttersprachlern. Als eingefleischter Gegner von überflüssigen Anglizismen bin ich Mitglied im Verein Deutsche Sprache in Dortmund und der Auffassung, dass die Benutzung von englischen Fachausdrücken nur scheinbar mit einer Validitäts- und Effektstärkenerhöhung einhergeht.
Meine Berufs- und Lebenserfahrung sehe ich als gute Voraussetzung für eine Tätigkeit als SE-Leiter an. Eine überwiegende Tätigkeit als Gruppenpsychotherapeut kommt mir bei der Leitung von Selbsterfahrungsgruppen zugute. Dabei habe ich keine Scheu vor schwierigen Themen. Konzeptionell orientiere ich mich an halbstandardisiertem Vorgehen, d. h. die Präsentation von Bausteinen wechselt sich ab mit interaktionellem Vorgehen anhand von Selbsteinbringungen der Teilnehmer mit persönlichen Anliegen und Problemen. Ich versuche dabei die fünf Wirkfaktoren nach Grawe zu berücksichtigen. Der innerhalb der therapeutischen Allianz wirksame Faktor der Resonanzfähigkeit muss meiner Ansicht nach einhergehen mit wissenschaftlich fundiertem Vorgehen.
Ich bemühe mich, empathisch, wertschätzend und prozessbegleitend vorzugehen, dabei sensibel, unterstützend und ermutigend zu sein. Unbehagen bereitet mir allerdings durchgängige Verschlossenheit von Teilnehmern sowie eine Haltung des passiven Konsumierens. Achtsamkeitsansätze in der Selbsterfahrung sollten nicht zu kurz kommen, Focusingansätze sind bei prozessorientiertem Vorgehen sinnvoll. Ebenso Ressourcenorientierung, Humor und andere positive Emotionen. Verblüffungssätze sind wesentliche Bestandteile in einem Selbsterkenntnis- und Veränderungsprozess. Angesichts der Gefahr, in der Profession des Psychotherapeuten im Verlauf in eine Depression zu geraten, sind Burnout-Prophylaxe und Selbstfürsorge für mich wichtige Bestandteile der Selbsterfahrung. Das methodenübergreifende Vorgehen zeigt sich in der Anwendung von Gesprächspsychotherapie, Hypnotherapie und Logotherapie bzw. existenzieller Psychotherapie.
Als didaktische Hilfe benutze ich gelegentlich die Flip-Chart. Ein Mittel zur Klärung ist oft die Darstellung des eigenen Problems der Teilnehmer wie in einem Bericht für den Gutachter: Nutzung der Aspekte Makro- und Mikroanalyse, Bedingungsgefüge und Zuordnung zu Verhaltensdefiziten und -exzess.
Ich bin sehr bemüht, in der Gruppenselbsterfahrung Strukturierungshilfe zu leisten. Bei quasi therapeutischen Prozessen versuche ich bevorzugte Bearbeitungsmodi zu klären. Selbsterfahrung - auch im Gruppenkontext - lässt sich nicht immer scharf von Psychotherapie trennen. Dies gilt auch für Supervisionsaspekte, auch hier ist die Trennung von Selbsterfahrung nicht immer möglich. Sehr persönliche Inhalte, die den Rahmen der Gruppenselbsterfahrung sprengen, gehören in die Einzelselbsterfahrung. Ich versuche, konfrontatives Insistieren zu vermeiden und mich eher von der Solidarität der Teilnehmer untereinander leiten zu lassen.
Die Effizienz der Selbsterfahrung ist aber nicht nur von mir abhängig, sondern auch von der Bereitschaft der Teilnehmer, Neues über sich zu erfahren, zur Selbstreflexion inspiriert zu werden, zur Kreativität im Umgang mit Patientenproblemen animiert zu werden, die eigenen Stärken und Schwächen zu erfahren, insbesondere wenn sich eigene Probleme der Teilnehmer noch auf ihre Patientenarbeit auswirken.
Ich freue mich über die Interaktion der Teilnehmer untereinander auch außerhalb der Gruppensitzungen und stehe bei dringenden Anliegen auch als „Notruftelefon“ zur Verfügung.

