AVT Köln

Kosten/Finanzierung

avt_2008_196_250

Beim Thema „Geld“ ist Vertrauen nicht gut, stattdessen Kontrolle besonders wichtig. Wir nennen Ihnen deshalb nicht nur die von Ihnen zu zahlenden und zu verdienenden Beträge, sondern wir rechnen auch genau vor, wie wir zu diesen Zahlen kommen. Gestatten Sie uns ein paar Vorbemerkungen, bevor wir zu den Zahlen kommen.

Die Psychotherapieleistungen, die Sie im Rahmen Ihrer Ausbildung abrechnen, werden von den Krankenkassen bezahlt, allerdings nicht direkt, sondern über die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Diese überweist das Geld an die AVT, nachdem sie für ihre Tätigkeit eine Verwaltungskostenpauschale abgezogen hat. Die Hälfte des überwiesenen Geldes für die Psychotherapieleistungen ist der „Verdienst“ der Ausbildungsteilnehmer. Die andere Hälfte teilen sich die AVT und die Lehrpraxen, in denen diese Psychotherapien gemacht wurden. Das Geld, das Sie für Ihre Therapien verdienen, bekommen Sie über Ihre Lehrpraxis überwiesen, sobald die KV die den Quartalsabschlag an die AVT ausgezahlt hat.

In den letzten Jahren ist die finanzielle Situation für Ausbildungsteilnehmer dadurch günstiger geworden, dass sich die Kassensätze für die Psychotherapieleistungen im Rahmen der Ausbildung fortlaufend erhöht haben. Von Anfang 2003 bis Ende 2009 gab es eine Steigerung um etwa 40 %. Das kann sich natürlich verändern, aber es sieht nicht so aus, als würden die Honorare für Ausbildungsteilnehmer in nächster Zeit niedriger werden.
Zurzeit können Sie durch Psychotherapieleistungen in Ihrer Ausbildung etwa 9.300 Euro mehr einnehmen, als Sie der AVT für Ihre Ausbildung zu bezahlen haben.

Tabelle 1:
Was Sie – nach allen Abzügen* – verdienen können

Sie führen ca. 100 probatorische Sitzungen durch
à 31,69 Euro

3.169,00 Euro

Sie führen ca. 500 „anschließende Sitzungen“ durch
à 42,92 Euro

21.459,00 Euro

Sie führen im Durchschnitt noch ca. 100 zusätzliche Sitzungen (über die gesetzliche Mindestsitzungszahl hinaus) durch, weil Sie mit Ihren Patienten die Therapie abschließen à 42,92 Euro

4.292,00 Euro

Sie leisten therapienahe Arbeit (Tests, Berichte an den Gutachter, Anamnesen, Differentialdiagnosen) und Sie rechnen die Grundpauschale ab. Wir haben anhand zahlreicher Therapieverläufe ermittelt, wie hoch die Einnahmen aus therapienahen Leistungen im Durchschnitt sind. Auf die einzelne Therapiesitzung umgerechnet kamen wir dabei auf etwa € 2,50.

1.750,00 Euro

Gesamteinnahmen

30.670,00 Euro

* Bei den Abzügen handelt es sich um KV-Verwaltungkostenpauschale, Lehrpraxenanteil, AVT-Anteil.

Bitte beachten Sie: Unsere Rechnung ist zwar realistisch kalkuliert, aber es handelt sich um Durchschnittsbeträge, die im Einzelfall etwas höher oder niedriger sein können.

Es ist uns im Hinblick auf die realistische finanzielle Planung Ihrer Ausbildung wichtig, Sie darauf hinzuweisen, dass Sie die Ausgaben für Ihre Ausbildung in dem Jahr, in dem Sie sie leisten, von der Steuer absetzen können und die Einnahmen in dem Jahr, in dem sie Ihnen ausgezahlt werden, versteuern müssen. Neben der Mitteilung dieser häufig verschwiegenen Tatsache ist es uns ein Anliegen, Sie bei der finanziellen Planung Ihrer Ausbildung zu unterstützen und Ihnen bei der Finanzierung Ihrer Ausbildung zur Seite zu stehen.

Das, was Sie bei der AVT zu bezahlen haben, ist sehr transparent. Im Augenblick gibt es für Sie folgendes Verfahren der Rechnungsstellung: Unser Buchhalter, Herr Büth, schreibt Ihnen dann eine Rechnung, wenn Sie eine AVT-Leistung in Anspruch genommen haben, d. h. wenn Sie auf der Teilnehmerliste eine Unterschrift geleistet haben. Das hat zur Folge, dass die Beträge, die an uns zu zahlen sind, unterschiedlich hoch sind – je nach der Anzahl an Veranstaltungen, die Sie besucht haben. Bei den Leistungen, die Sie der AVT zu bezahlen haben, gibt es keinerlei "verdeckte Kosten". Auch Skriptenmaterial haben Sie nicht extra zu zahlen; Zusatzkosten entstehen nur für Bücher, die Sie evtl. kaufen möchten. Wie das für zwei typische Ausbildungsverläufe aussieht, haben wir Ihnen aufgelistet im Exkurs: Modellrechnungen Kosten/Einnahmen.

Wir bieten Ihnen neben der unmittelbaren Abrechnung Ihrer Ausbildungskosten ein zweites Verfahren der Rechnungsstellung an. Bei diesem Verfahren bekommen Sie zwar auch eine detaillierte Rechnung, aber Sie zahlen dann monatlich genau denselben Betrag. Wie das für einen konkreten Ausbildungsverlauf aussehen könnte, rechnen wir Ihnen ebenfalls vor im Exkurs: Modellrechnungen Kosten/Einnahmen.

Bei der Berechnung der Ausbildungskosten kommt es nicht nur auf das Verhältnis der Kosten zu den Einnahmen an. Wichtig ist auch der individuelle Ausbildungsverlauf, das heißt: In welcher Weise passt die individuelle Wohn- und Lebenssituation zu den Angeboten des Ausbildungsinstituts (Fahrtzeiten, Verdienstmöglichkeiten, Vereinbarkeit mit familiären und sonstigen Verpflichtungen)?

Tabelle 2:
Was Sie zu zahlen haben

Leistung

Mindest­zahl UE

Einzelpreis

Gesamtpreis

Theoriestunden

600

16,50 Euro

9.900,00 Euro

Gruppenselbsterfahrung

115

25,00 Euro

2.875,00 Euro

Einzelselbsterfahrung

5

80,00 Euro

400,00 Euro

Gruppensupervision

100

35,00 Euro

3.500,00 Euro

Einzelsupervision

50

80,00 Euro

4.000,00 Euro

Zwischenprüfung

 

 

150,00 Euro

Abschlussprüfung

 

 

500,00 Euro

Gesamtkosten

 

 

21.325,00 Euro

Natürlich kostet Sie die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten / zur Psychologischen Psychotherapeutin immer noch eine Menge Geld. Sie müssen ja in der Zeit der Ausbildung von irgendetwas leben. Und damit kommen wir zum Thema Finanzierung.

 

Finanzierung

Leider gibt es im Augenblick noch nicht viele Kliniken, die für die praktische Tätigkeit I oder II mehr als nur ein gutes Taschengeld zahlen. Es gibt sogar vereinzelt immer noch Kliniken, die die praktische Tätigkeit gar nicht vergüten. Immerhin gibt es aber auch „immaterielle“ Vorteile, die für eine bestimmte Klinik sprechen, zum Beispiel: günstige Verkehrslage, besonders gute Betreuung, sehr flexible Arbeitszeiten. Schließlich sei noch erwähnt, dass es einige AVT-Lehrpraxen gibt, in denen es möglich ist die praktische Tätigkeit II zu absolvieren und die dafür einen gewissen Betrag zahlen.

Welche Möglichkeiten haben Sie, eine finanzielle Unterstützung für diese Ausbildung zu bekommen? Dazu möchten wir Sie auf einige Angebote aufmerksam machen:

1. Förderung nach dem Berufsausbildungsförderungsgesetz (BAföG)

Nach § 7 Abs. 2 BAföG kann eine Erweiterung der bereits vorhandenen Berufsqualifikation durch eine einzige weitere Ausbildung gefördert werden, auch wenn Sie bereits BAföG zur Finanzierung Ihres Studiums erhalten haben. Informieren Sie sich genauer in unserem Exkurs: BAföG.

2. Bildungskredit der Bundesregierung

Zur Sicherung und Beschleunigung der Ausbildung bietet die deutsche Bundesregierung den so genannten Bildungskredit an, der unabhängig vom Einkommen des Antragstellers und ggf. seiner Eltern gewährt wird. Lesen Sie Näheres dazu in unserem Exkurs: Bildungskredit.

3. Finanzierungsprogramm der Deutschen Apotheker- und Ärztebank

Das Angebot gilt für die 3- oder 5-jährige Ausbildung in Psychotherapie (analog zum Finanzierungsangebot für Ärzte in Weiterbildung zum „Facharzt für Psychotherapeutische Medizin“)

Zur persönlichen Beratung wenden Sie sich am besten an eine Filiale in Ihrer Nähe (Suchfunktion unter https://www.apobank.de/ueber-uns/filialen/uebersicht-filialen.html), z. B. an die

Niederlassung Köln
Riehler Straße 35
50668 Köln
Telefon: 0221 7728-0
Ansprechpartner Herr Lehnen, Telefon: 0221 7728-605

Auch andere Banken und Sparkassen – möglicherweise auch Ihre Hausbank - bieten Studienkredite an.

Einen Vergleich von verschiedenen Finanzierungsangeboten finden Sie z. B. hier.

4. Zuschüsse mittels Bildungsscheck

Das Land NRW fördert unter bestimmten Voraussetzungen Teile der VT-Ausbildung - insbesondere die Selbsterfahrung – mit einem Zuschuss von 50%, maximal jedoch 500,- €. Ob Sie die persönlichen Voraussetzungen erfüllen, können Sie unter  www.gib.nrw.de/beratertool/ selbst prüfen.
Wichtig ist, dass der Bildungsscheck vor Beginn der Ausbildung ausgestellt und innerhalb der aufgedruckten Gültigkeit (in der Regel 3 Monate) eingereicht werden muss.
Erhalten können Sie den Bildungsscheck z. B. über eine der Beratungsstellen.

Ergänzung: Eine Bildungsprämie kommt für die Therapieausbildung nicht infrage, da die angestrebte Maßnahme ab Juli 2014 nicht mehr als 1.000 Euro kosten darf.