Magloire/Neugebauer - Neigungsschwerpunkt: Traumabearbeitung und Traumasynthese
Traumabearbeitung stellt die zweite Behandlungsphase der dreiphasigen Psychotraumatherapie dar. Es geht hier um die Arbeit an und mit traumatischen Erinnerungen sowohl bei Typ I als auch bei Typ II Traumatisierung. Es wird ein Überblick über die verschiedenen evidenzbasierten, konfrontativen Bearbeitungsmethoden gegeben. In Anknüpfung an das Stabilisierungsseminar werden gezielte Ressourcentechniken vorgeschaltet, um die Motivation für die Konfrontationsbehandlung zu begünstigen und um die kognitive Restrukturierungsarbeit während der Konfrontation zu erleichtern.
Als Bearbeitungsmethoden werden vermittelt: imaginative strukturierte Traumaexposition und Screentechnik mit Veränderungen der belastenden maladaptiven Traumabewertungen, Umgang mit Alpträumen wie auch Beobachtertechnik zur kontrollierten Traumaverarbeitung. Anhand von videounterstützten Falldarstellungen werden das IRRT nach Smucker und die Beobachtertechnik nach Reddemann demonstriert und in Kleingruppen als Selbsterfahrung erprobt und eingeübt. Das Training vom IRRT und von der Beobachtertechnik erfolgt in Kleingruppen anhand von manualisierten Protokollen und unter laufender Supervision der Referentinnen. Ziel ist eine positive Selbsterfahrung als Therapeutin und als Patientin zu begünstigen und die TeilnehmerInnen zu befähigen, beide Behandlungsverfahren unmittelbar in die therapeutische Arbeit mit traumatisierten Patientinnen einzusetzen.
Darüber hinaus werden Wege zur Traumasynthese (3. Phase der Traumatherapie) skizziert: Metaphern und Rituale für das Betrauern, die Wut und den Abschied von Verlorenem oder nie Gehabtem, für Verständnis und Trost für das verletzte „innere Kind“.

