AVT Köln

Magloire/Liebermann - Grundlagen von Psychotraumastörungen

Vorlesung

Teil I
Dozentin: Dipl.-Psych. Elfrun Magloire

Es werden die Fragen der Diagnostik, der theoretischen Erklärungsmodelle und der Therapieplanung mit Überblick über die gängigen Behandlungsverfahren dargeboten. Vorgestellt werden die spezifischen Symptome, Diagnosekriterien und Verlaufsmodelle psychischer Traumatisierung, die Diagnosen nach ICD 10 sowie die komorbiden Störungen. Traumaspezifische Befunderhebung, Testdiagnostik, Erklärungsmodelle werden vermittelt, die Verhaltensananlyse anhand entsprechender Kasuistik gemeinsam erarbeitet. Das dreiphasige Behandlungskonzept der Traumatherapie: Stabilisierung – Traumakonfrontation – Traumasynthese wird mit seinen Konsequenzen für die Therapieplanung erläutert. Es wird ein Überblick über die evidenzbasierten vielfältigen traumaspezifischen Behandlungsverfahren z.T. videounterstützt gegeben.

Ziel der Vorlesung ist, die TeilnehmerInnen  zu befähigen, traumaspezische Befunderhebung durchzuführen, die sich von der üblichen unterscheidet, sichere Differentialdiagnose von Psychotraumstörungen und deren Komorbiditäten unter Zuhilfenahme der traumaspezifischen Testverfahren zu stellen, Verhaltensanalyse und traumspezifischen Behandlungsplan aufzustellen.

Es werden keine Stabilisierungsübungen noch Behandlungsmethoden trainiert. Das erfolgt in den dafür ausgewiesenen Seminaren (siehe Ausbildungscurriculum)

Teil II
Dozent: Peter Liebermann

Die Geschichte der Psychotraumatologie polarisiert die Forscher in einem Spannungsfeld von engagierter Suche nach wissenschaftlichen Erklärungen und Theorien über das Seelische angesichts der psychischen Folgen von Gewalt einerseits und der Verleugnung gerade dieser Phänomene andererseits; sie ist von Beginn an verknüpft mit der Frage, ob seelisches Leiden gesellschaftlich anerkannt und entschädigt werden darf.

Auch die Epidemiologie soll nicht zu kurz kommen; doch dann geht es vor allem darum, was in Kopf und Körper passiert: Neurophysiologie und Neurobiologie des Psychotraumas, Stressphysiologie und spezifisches Traumagedächtnis, positive und negative dissoziative Symptomatik und last noch least die Pharmakotherapie.

Zum Abschluss wird noch das zum Thema gemacht, was die Gesellschaft in Deutschland heute für die Opfer tut; Kenntnisse über das Opferschutzgesetz sowie über Versorgungs- und Leistungsträger werden vermittelt.