Zugangsvoraussetzungen
Wenn Sie jetzt gerade studieren, vielleicht noch in einem Bachelor-Studiengang sind, und sich überlegen, später einmal die Psychotherapieausbildung zu machen, dann sind Sie gerade in einer ziemlich undurchsichtigen Situation. Im Moment schreibt das Psychotherapeutengesetz nämlich als Zugangsvoraussetzung noch das Diplom in Psychologie vor. Nur – ein Psychologie-Diplom werden Sie nicht bekommen! Die letzten Diplom-Psychologen verlassen in den nächsten Semestern die Unis, danach gibt es nur noch Bachelor- und Masterabschlüsse. Die sind im Gesetzestext des PsychTG aber gar nicht vorgesehen.
Bis es zu einer Anpassung des Gesetzes kommt, behelfen sich die Landesprüfungsämter damit, den Master in Psychologie als Zugangsvoraussetzung anzuerkennen. Dieser Masterabschluss muss eine Abschlussprüfung im Fach „Klinische Psychologie“ beinhalten. Auch dieses Fach bekommt allerdings an immer mehr Universitäten andere Bezeichnungen. Es breitet sich eine gewisse babylonische Sprachverwirrung zwischen Universitäten und Landesprüfungsämtern aus und nicht selten werden wir als Institut gefragt, ob es sich bei bestimmten Prüfungsfächern um klinische Themen handelt und somit möglicherweise eine Qualifikation für den Beginn der Psychotherapeutenausbildung erworben wurde.
Viele Universitäten, die den Masterstudiengang Psychologie anbieten, fordern als Zugangsvoraussetzung den Bachelorabschluss in Psychologie. Wenn Sie also andere Fächer im Bachelorstudium belegt haben, kann es sein, dass Sie keinen Studienplatz für Ihr Psychologie-Masterstudium bekommen. An welchen Universitäten und Hochschulen in Deutschland Sie den Psychologie-Masterabschluss bekommen können, erfahren Sie hier.
Für Sie als Studienanfänger ist dieses gegenwärtige Szenario natürlich reichlich verunsichernd. Wie können Sie sicher sein, dass Sie „das Richtige“ im richtigen Umfang studieren, wenn Sie nach Ihrem Masterabschluss die Psychotherapeutenausbildung anschließen wollen?
Wir haben diese Frage mit der Vertreterin unseres Landesprüfungsamtes besprochen. Nach diesem Gespräch geben wir Ihnen folgende Tipps:
- Studieren Sie bereits im Bachelor-Studium Psychologie
- Achten Sie bei der Wahl Ihres Master-Studienplatzes darauf, dass das Studium (auch) klinisch ausgerichtet ist
- Wählen Sie ausreichend Studienangebote aus dem klinischen Bereich. Bis jetzt ist nicht festgelegt, wie viele ECTS Credits Sie irgendwann eventuell im klinischen Bereich nachweisen müssen
- Erkundigen Sie sich, ob eine Abschlussprüfung in Klinischer Psychologie vorgesehen ist
- Heißt die Prüfung anders, ist aber aus dem klinischen Themenbereich, dann lassen Sie sich von Ihrem Studiendekanat schriftlich bestätigen, dass damit die Qualifikation zur Aufnahme in die Psychotherapeutenausbildung nach PsychThG erworben wird
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg in Ihrem Studium!

