Manuel Hermann - Somatische Ursachen im Zusammenhang mit psychischen Symptomen

Dozent: Hermann
Tag 1:05.12.2026, 10:00 - 18:00 Uhr (8 UE)
Ort: wird noch bekannt gegeben
Online-Buchung öffnet: 18.11.2025 19:00 Uhr
Online-Buchung schließt: 30.11.2026 08:00 Uhr
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Seminarbeschreibung

In der Verhaltenstherapie verstehen wir den Begriff der „psychischen Störung“ zunächst als abnormen Zustand des Seelenlebens, welchen wir im Sinne der Makroanalyse als dysfunktionalen Bewältigungsversuch auf spezifische kritische Lebensereignisse betrachten. Dennoch dürfen wir im Praxisalltag nicht ausblenden, dass vielfältige psychiatrische Syndrome bzw. psychische Störungen auch somatische Ursachen haben können, die es initial – also vor der Aufnahme einer Psychotherapie – differenzialdiagnostisch auszuschließen gilt.

So können hormonelle Störungen wie bspw. eine Hypothyreose mit Beschwerden einhergehen, welche leicht mit einem depressiven Syndrom zu verwechseln sind. Bei einer Hyperthyreose beschreiben die Betroffenen häufig wiederum Symptome, die psychiatrisch stark an ein ängstliches Syndrom erinnern.


Ferner können auch cerebrale Läsionen zu einschlägigen Wesensveränderungen führen, welche sich z.B. in einer sogenannten organischen Persönlichkeitsstörung manifestieren, seitens der Patienten mit Enthemmung und affektiven Auffälligkeiten einhergehen. Auf der anderen Seite bergen ebenso etliche Pharmaka das Risiko psychiatrischer Komplikationen, bspw. provozieren Interferone mitunter suizidale Krisen. Speziell im onkologischen oder aber geriatrischen Setting bedingen wiederum die somatische Situation inkl. der pharmakologischen Behandlung nicht selten delirante Syndrome, welche ebenfalls einen psychiatrischen Notfall darstellen.


Unabhängig vom späteren Arbeitsplatz, sei es die Psychiatrie, das Allgemeinkrankenhaus oder aber die eigene Praxis: für angehende Psychotherapeuten ist es letztlich unerlässlich, sich ein umfassendes medizinisches Grundlagenwissen anzueignen.


Dementsprechend zielt der Kurs auf eine praxisnahe Einführung in die Thematik ab, wobei die theoretischen Lerninhalte durch Fallbeispiele aus dem psychotherapeutischen Konsiliardienst im Allgemeinkrankenhaus veranschaulicht und vertieft werden sollen.

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