AVT-Fortbildungsreihe „ICD-11 in der psychotherapeutischen Praxis – sichere Anwendung in Diagnostik und Therapieplanung”
Seit ihrer Einführung hat die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte ICD die Diagnostik psychischer Störungen maßgeblich geprägt. Mit der ICD-10, die 1993 weltweit in Kraft trat, stand erstmals seit vielen Jahren ein international einheitliches Klassifikationssystem zur Verfügung, das eine gemeinsame Sprache für die Beschreibung und Dokumentation von Erkrankungen ermöglichte. Auch für die Psychotherapie wurde die ICD-10 über Jahrzehnte zu einem zentralen Bezugspunkt für die Diagnostik, die Dokumentation und die fachliche Verständigung.
Die ICD-11 ist eine grundlegende Weiterentwicklung dieses Systems. Die WHO verabschiedete die elfte Revision 2019, seit dem 1. Januar 2022 ist sie auf internationaler Ebene in Kraft. Sie ist die erste umfassende Revision der ICD seit nahezu 30 Jahren und berücksichtigt die wissenschaftlichen und klinischen Entwicklungen in diesem Zeitraum. Auch im Bereich der psychischen, Verhaltens- und neuroentwicklungsbezogenen Störungen wurden Diagnosen und diagnostische Konzepte grundlegend überarbeitet.
Daraus resultiert für Psychotherapeut*innen mehr als die Frage nach neuen Diagnosebezeichnungen und Codes. Die ICD-11 verändert teilweise, wie Störungen diagnostisch eingeordnet und voneinander abgegrenzt werden. Wer mit ihr arbeitet, muss daher nicht nur neue Kriterien kennen, sondern auch deren Bedeutung für die klinische Einschätzung verstehen.
Unsere Fortbildungsreihe vermittelt Ihnen einen praxisorientierten Zugang zur ICD-11 und unterstützt Sie dabei, die Neuerungen sicher in die eigene diagnostische und therapeutische Arbeit zu übertragen. Im Mittelpunkt stehen die klinisch relevanten Veränderungen, ihre Anwendung anhand konkreter Fälle sowie die Frage, welche Konsequenzen sich daraus für Diagnostik und Therapieplanung ergeben.
Unter diesem Aspekt werden wir folgende Störungen näher beleuchten:
Diagnostik und Behandlung von Persönlichkeitsstörungen im Lichte der zukünftigen ICD-11
Termin | Ort
02.12.2026, 18:00 – 20:15 Uhr | Online
Inhalte und Schwerpunkte der Fortbildung
Als eine der bedeutsamsten Veränderungen in der Störungsdiagnostik wird in der ICD-11, die in Kürze auf Deutsch erscheint, auf eine kategoriale Typendiagnostik gänzlich verzichtet, mit gewissen Ausnahmen bei der dennoch deutlich veränderten Diagnostik einer zwanghaft-anankastischen, schizotypen und Borderline-Persönlichkeitsstörung.
In diesem Vortrag werden diese Veränderungen insbesondere mit Blick auf zukünftige Verbesserungen einer psychologisch-psychotherapeutischen Behandlung von Persönlichkeitsstörungen untersucht und bewertet. So scheinen inzwischen erhebliche Zweifel am Unveränderbarkeits-Mythos von Persönlichkeitsstörungen angebracht, dies nicht nur, weil sich Persönlichkeitsstörungen über die Lebensspanne kontinuierlich ändern, sondern auch, weil sie sich in den letzten Jahren als gut und erfolgreich behandelbar erwiesen haben. Der Vortrag setzt sich ausführlich mit der Bedeutung und mit den Vorteilen der ICD-11-Innovation für Diagnostik und Psychotherapie der Persönlichkeitsstörungen auseinander, insbesondere für eine therapiegünstige Beziehungsgestaltung.
Dozent
Prof. Dr. Peter Fiedler ist emeritierter Hochschullehrer für Klinische Psychologie und Psychotherapie am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg. Seine Arbeitsschwerpunkte mit entsprechenden Buchpublikationen liegen im Bereich der Ätiologie und Behandlung von Stottern, Phobien, Schizophrenie, Depression, Sexuelle Störungen, Dissoziative, Trauma- und Persönlichkeitsstörungen. Von ihm liegen zahlreiche Veröffentlichungen über Psychotherapeutische Prozesse in der Einzelpsychotherapie und zur Psychotherapie in und mit Gruppen vor.
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an approbierte Psychotherapeut*innen.
Kosten
Pro Unterrichtseinheit werden 26 € inkl. Materialien berechnet. Rechnungen werden nach dem jeweiligen Seminar erstellt.
Anmeldung und Kontakt
Anmeldungen bitte per E-Mail an fortbildung@avt-koeln.org oder im internen Bereich der Website. Ihre Anmeldung wird mit der Bestätigung durch die AVT Köln verbindlich.
Für inhaltliche und organisatorische Fragen steht Ihnen unsere Fortbildungsorganisation unter 0221 258564-0 oder fortbildung@avt-koeln.org zur Verfügung.
Für diese Veranstaltung sind 3 Fortbildungspunkte bei der Psychotherapeutenkammer NRW beantragt.
Stornierung
Bis 28 Tage vor Veranstaltungsbeginn beträgt die Bearbeitungsgebühr 50 €, danach werden Ihnen die vollen Seminarkosten in Rechnung gestellt.
Weitere Termine
Eine Übersicht über alle Fortbildungen der AVT -Termine finden Sie im Veranstaltungskalender Fortbildungen.
Schizophrenien und andere psychotische Störungen in der ICD-11
Termin | Ort
09.03.2027, 17:30 – 19:00 Uhr | Online
Inhalte und Schwerpunkte der Fortbildung
Eingebettet in ein zeitgemäßes Verständnis psychotischer Störungen und ihrer Behandlung bilden die überarbeiteten diagnostischen Kriterien der Schizophrenien und anderer psychotischer Störungen gemäß ICD-11 den inhaltlichen Fokus des Vortrags. Die wesentlichen Veränderungen werden im Vergleich zur ICD-10 dargestellt und veranschaulicht. Implikationen für die Diagnostik und Behandlungsplanung in der Praxis werden besprochen. Kritisch reflektiert werden Chancen und Herausforderungen im Zuge der Neuerungen.
Es wird Gelegenheit für Fragen und Diskussion sowie ggf. die Besprechung von Fallbeispielen der Teilnehmenden geben. Theoretischer Input, fallbezogene Veranschaulichung und Diskussion im Plenum werde ausgewogen eingesetzt. Die Teilnehmenden sollen die aktuellen diagnostischen Kriterien und Kategorien nach ICD-11 kennen- und im klinischen Alltag anwenden lernen. Fallbezogene Reflexionsfragen unterstützen die Erreichung dieses Lernziels.
Dozentin
Diplom-Psychologin Dr. Julia Arnhold ist Psychologische Psychotherapeutin Fachkunde Verhaltenstherapie sowie zertifizierte Schematherapeutin und Trainerin. In beiden Verfahren ist sie als Supervisorin tätig.
Seit 2011 ist sie in Berlin niedergelassen in einer Privatpraxis, seit 2018 führt sie eine Lehrpraxis. Zuvor war Dr. Arnhold von 2006 bis 2011 an der Uniklinik Köln wissenschaftlich und klinisch mit dem Schwerpunkt psychotische Störungen tätig, zuletzt zwei Jahre als psychologische Leiterin des Früherkennungszentrums (FETZ). Dort hat sie auch an der medizinischen Fakultät promoviert zu Blickpfadanalysen bei psychotischen Störungen. Neben den psychotischen Störungen sind Persönlichkeitsstörungen bzw. Interaktions- und Beziehungsstörungen, Verhaltenssüchte sowie stressbezogene Störungen weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit. Dr. Arnhold ist neben der Psychotherapie als externe Mitarbeiterberaterin sowie als Dozentin und Supervisorin für verschiedene Aus- und Weiterbildungsinstitute tätig.
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an approbierte ärztliche und psychologische Psychotherapeut*innen. Die Veranstaltung ist grundsätzlich auch für Ausbildungsteilnehmende geeignet, überschneidet sich inhaltlich jedoch ggf. mit Ausbildungsseminaren.
Kosten
Pro Unterrichtseinheit werden 26 € inkl. Materialien berechnet. Rechnungen werden nach dem jeweiligen Seminar erstellt.
Anmeldung und Kontakt
Anmeldungen bitte per E-Mail an fortbildung@avt-koeln.org oder im internen Bereich der Website. Ihre Anmeldung wird mit der Bestätigung durch die AVT Köln verbindlich.
Für inhaltliche und organisatorische Fragen steht Ihnen unsere Fortbildungsorganisation unter 0221 258564-0 oder fortbildung@avt-koeln.org zur Verfügung.
Für diese Veranstaltung sind 2 Fortbildungspunkte bei der Psychotherapeutenkammer NRW beantragt.
Stornierung
Bis 28 Tage vor Veranstaltungsbeginn beträgt die Bearbeitungsgebühr 50 €, danach werden Ihnen die vollen Seminarkosten in Rechnung gestellt.
Weitere Termine
Eine Übersicht über alle Fortbildungen der AVT -Termine finden Sie im Veranstaltungskalender Fortbildungen.
Prof. Dr. Peter Fiedler
ist emeritierter Hochschullehrer für Klinische Psychologie und Psychotherapie am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg. Seine Arbeitsschwerpunkte mit entsprechenden Buchpublikationen liegen im Bereich der Ätiologie und Behandlung von Stottern, Phobien, Schizophrenie, Depression, Sexuelle Störungen, Dissoziative, Trauma- und Persönlichkeitsstörungen. Von ihm liegen zahlreiche Veröffentlichungen über Psychotherapeutische Prozesse in der Einzelpsychotherapie und zur Psychotherapie in und mit Gruppen vor.
Diplom-Psychologin Dr. Julia Arnhold
ist Psychologische Psychotherapeutin Fachkunde Verhaltenstherapie sowie zertifizierte Schematherapeutin und Trainerin. In beiden Verfahren ist sie als Supervisorin tätig.
Seit 2011 ist sie in Berlin niedergelassen in einer Privatpraxis, seit 2018 führt sie eine Lehrpraxis. Zuvor war Dr. Arnhold von 2006 bis 2011 an der Uniklinik Köln wissenschaftlich und klinisch mit dem Schwerpunkt psychotische Störungen tätig, zuletzt zwei Jahre als psychologische Leiterin des Früherkennungszentrums (FETZ). Dort hat sie auch an der medizinischen Fakultät promoviert zu Blickpfadanalysen bei psychotischen Störungen. Neben den psychotischen Störungen sind Persönlichkeitsstörungen bzw. Interaktions- und Beziehungsstörungen, Verhaltenssüchte sowie stressbezogene Störungen weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit. Dr. Arnhold ist neben der Psychotherapie als externe Mitarbeiterberaterin sowie als Dozentin und Supervisorin für verschiedene Aus- und Weiterbildungsinstitute tätig.