Diskriminierungssensible Psychotherapie – wenn ein Unterschied einen Unterschied macht
Termin | Ort
26.02.2027, 17:00 – 20:15 Uhr | AVT GmbH, Venloer Straße 53, 50672 Köln
Inhalte und Schwerpunkte der Fortbildung
In der Psychotherapie begegnen wir Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, Religionen, sexueller Orientierungen, Behinderungsgrade, Geschlechter, sozioökonomischer Hintergründe und Körpermaße. Solche und weitere soziale Identitätsmerkmale gehen mit Diskriminierungserfahrungen einher, die sowohl inner- als auch außerhalb des Versorgungssystems auftreten können. Nachgewiesenermaßen können sie die Vulnerabilität für psychische Störungen erhöhen und den Therapieprozess maßgeblich beeinflussen.
Konkret äußert sich dies etwa in der Häufung psychischer Störungen innerhalb marginalisierter Gruppen und dem robusten Befund, dass sich marginalisierte Klient*innen in Ihrer Lebensrealität häufig nicht von ihren Psychotherapeut*innen verstanden fühlen. Um dennoch eine faire Versorgung zu gewährleisten, muss ein konstruktiver Umgang mit struktureller Diskriminierung in der Psychotherapie gefunden werden.
Dieser Workshop vermittelt Einblicke in unterschiedliche Diskriminierungsformen und potenzielle Auswirkungen auf die psychische Gesundheit sowie Ideen, entsprechendes Wissen und Theorien für die Therapie nutzbar zu machen. Es werden Impulse gegeben zur Reflexion eigener Identitätsaspekte, Privilegien, Werte und psychotherapeutischer Grundhaltungen. Fallbeispiele und praxisnahe Implikationen sollen die Schaffung einer inklusiven therapeutischen Umgebung unterstützen.
Dozierende
Dr. Timo Slotta ist als Geschäftsführende Leitung der verhaltenstherapeutischen Hochschulambulanz für Psychotherapie an der Universität zu Köln (HAPUK) tätig und beforscht das Auftreten struktureller Diskriminierung in der Psychotherapie. Seit 2023 Mitglied in der Kommission Antidiskriminierung, Diversität und Chancengerechtigkeit der Bundespsychotherapeutenkammer.
Dr. Christina Schütteler ist als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in eigener Praxis tätig und verfügt über mehr als zehn Jahre Lehrerfahrung als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln und Seminar- und Workshopleiterin. Seit 2024 ist sie gewähltes Mitglied in der Kammerversammlung der Psychotherapeutenkammer NRW und leistet Mitarbeit im Ausschuss „Antidiskriminierung und Diversität“.
Zielgruppe
Die Veranstaltung richtet sich an approbierte Psychotherapeut*innen sowie an Psychotherapeut*innen in Ausbildung (PiA).
Kosten
Es werden 104 € inkl. Materialien berechnet. Die Rechnung erhalten Sie nach der Fortbildung.
Anmeldung und Kontakt
Anmeldungen bitte per E-Mail an fortbildung@avt-koeln.org oder im internen Bereich der Website. Ihre Anmeldung wird mit der Bestätigung durch die AVT Köln verbindlich.
Für inhaltliche und organisatorische Fragen steht Ihnen unsere Fortbildungsorganisation unter 0221 258564-0 oder fortbildung@avt-koeln.org zur Verfügung.
Für diese Veranstaltung sind 5 Fortbildungspunkte bei der Psychotherapeutenkammer NRW beantragt.
Stornierung
Bis 28 Tage vor Veranstaltungsbeginn beträgt die Bearbeitungsgebühr 50 €, danach werden Ihnen die vollen Seminarkosten in Rechnung gestellt.
Weitere Termine
Eine Übersicht über alle Fortbildungen der AVT -Termine finden Sie im Veranstaltungskalender Fortbildungen.
Prof. Dr. Peter Fiedler
ist emeritierter Hochschullehrer für Klinische Psychologie und Psychotherapie am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg. Seine Arbeitsschwerpunkte mit entsprechenden Buchpublikationen liegen im Bereich der Ätiologie und Behandlung von Stottern, Phobien, Schizophrenie, Depression, Sexuelle Störungen, Dissoziative, Trauma- und Persönlichkeitsstörungen. Von ihm liegen zahlreiche Veröffentlichungen über Psychotherapeutische Prozesse in der Einzelpsychotherapie und zur Psychotherapie in und mit Gruppen vor.
Diplom-Psychologin Dr. Julia Arnhold
ist Psychologische Psychotherapeutin Fachkunde Verhaltenstherapie sowie zertifizierte Schematherapeutin und Trainerin. In beiden Verfahren ist sie als Supervisorin tätig.
Seit 2011 ist sie in Berlin niedergelassen in einer Privatpraxis, seit 2018 führt sie eine Lehrpraxis. Zuvor war Dr. Arnhold von 2006 bis 2011 an der Uniklinik Köln wissenschaftlich und klinisch mit dem Schwerpunkt psychotische Störungen tätig, zuletzt zwei Jahre als psychologische Leiterin des Früherkennungszentrums (FETZ). Dort hat sie auch an der medizinischen Fakultät promoviert zu Blickpfadanalysen bei psychotischen Störungen. Neben den psychotischen Störungen sind Persönlichkeitsstörungen bzw. Interaktions- und Beziehungsstörungen, Verhaltenssüchte sowie stressbezogene Störungen weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit. Dr. Arnhold ist neben der Psychotherapie als externe Mitarbeiterberaterin sowie als Dozentin und Supervisorin für verschiedene Aus- und Weiterbildungsinstitute tätig.